W-08 Umbenennung des Flughafen Leipzig/Halle in Anton-Wilhelm-Amo-Flughafen

Status:
Zurückgezogen

Der Landesparteitag möge beschließen und an die SPD-Landtagsfraktion weiterleiten:

Die SPD Sachsen setzt sich dafür ein, dass der Flughafen Leipzig/Halle umbenannt werden soll in Anton-Wilhelm-Amo-Flughafen. Anton Wilhelm Amo war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er lebte im 18. Jahrhundert. Er verfasste mehrere philosophische und rechtswissenschaftliche Schriften und lehrte als Dozent an der Universität Halle und Wittenberg, sowie an der Universität Jena. Der Flughafen Leipzig/Halle wird zu 94 Prozent von der Mitteldeutschen Flughafen AG gehalten, woran der Freistaat Sachsen mit 77,29 Prozent beteiligt ist. Außerdem gehören dem Freistaat Sachsen 5,5 Prozent Direktanteile am Flughafen.

Begründung:
Zur Steigerung der Identifizierung mit dem Flughafen sollte der Flughafen Leipzig/Halle den Namen einer herausragenden Persönlichkeit Mitteldeutschlands erhalten. In unserer Gesellschaft herrscht ein Unwissen über die deutschen Verhältnisse im 18. Jahrhundert, besonders im Hinblick auf Errungenschaften von Menschen aus Afrika. Anton Wilhelm Amo wurde um 1703 im heutigen Ghana geboren. Als Kind wurde er von der Niederländisch-Westindischen Gesellschaft versklavt und an Anton-Ulrich von Braunschweig und Lüneburg-Wolfenbüttel verschenkt. Dieser vererbte Amo an seinen Sohn August Wilhelm, welcher Amo taufen lief und seine Schulbildung ermöglichte. Ab 1727 studierte Anton Wilhelm Amo an der Universität Halle Philosophie und Rechtswissenschaften. Seine bedeutendsten Werke sind „Über die Rechtsstellung der Mohren in Europa“ (im Original in Latein) und „Das Leib-Seele-Problem“ (im Original in Latein). Amo verließ Deutschland 1747, nachdem auf einen Heiratsantrag eine rassistische Spottkampagne gegen ihn geführt wurde. Dies alles gipfelte in der Veröffentlichung einer Reihe von Spottgedichten des Hallenser Professors Johann Ernst Philippi. Er starb vermutlich zwischen 1753 und 1784 im heutigen Ghana. Gerade in einer Zeit, in welcher rechtes und rassistisches Gedankengut erstarkt, ist es wichtig, ein Zeichen dafür zu setzen, dass Deutschland schon immer divers war. Anstatt große öffentliche Einrichtungen nach fragwürdigen Personen zu benennen, wie Konrad Adenauer und/oder Martin Luther, sollten wir herausragende Persönlichkeiten wir Anton Wilhelm Amo, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind, ehren. Um darauf aufmerksam zu machen, dass auch Deutsche Sklaven gehalten haben, aber einigen von ihnen auch die Chance gegeben wurde in Freiheit zu leben, bietet sich die Umbenennung in Anton-Wilhelm-Amo-Flughafen an.
Empfehlung der Antragskommission:
Diskussion durch den Parteitag