S-1 Substitutionsambulanzen ermöglichen – moderne Drogenpolitik umsetzen

Status:
Nicht Abgestimmt
Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen und an den Landesparteitag der SPD Sachsen mit Ziel der Weiterleitung an die SPD Landtagsfaktion weiterleiten: 
Eine Substitutionsbehandlung – auch Drogenersatztherapie genannt – hat das Ziel mit Substituten (Drogenersatzstoffen), die Sucht zu bewältigen sowie die berufliche und soziale Wiedereingliederung zu ermöglichen. In Substitutionsambulanzen können Suchtkranke Drogenersatzstoffe einnehmen und müssen ihre Suchtstoffe nicht illegal beschaffen. Zusätzlich werden die Betroffenen therapeutisch begleitet. Mit diesen Maßnahmen ermöglicht man Suchtkranken – ohne Verbote und Bevormundung   wieder am gesellschaftlichen Alltag teilzunehmen und verringert zusätzlich die Beschaffungskriminalität sowie die Einnahme von verunreinigten, „gestreckten“ Drogen. 
Deshalb sollen in Sachsen flächendeckend Substitutionsambulanzen finanziell gefördert, Beratungsstrukturen ausgebaut sowie alle nötigen Rechtsgrundlagen, auch für die Behandlung ohne Substitut, geschaffen werden.
Begründung:
Eine Substitutionsambulanz bietet Suchtkranken die Möglichkeit, ohne Bevormundung   und vor allem ohne Beschaffungskriminalität   ihren Alltag zu bewältigen. Bei dieser Therapieform wird nicht auf Repression und Abstinenz als alleiniges Behandlungsziel gesetzt. Die Patient*innen werden nicht dem psychischen Druck ausgesetzt auf ihren Suchtstoff zu verzichten. Stattdessen werden ihnen Drogenersatzstoffe unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Wenn Patient*innen jedoch die Substitute nicht vertragen, muss auch in Betracht gezogen werden, dass man stattdessen die reine Droge für die Behandlung einsetzt. Diese Behandlungsweise wurde auch schon in deutschen Städten wie Hamburg oder Köln getestet und auch heute noch so praktiziert. [1] Neben der zum Teil Dauersubstitution mit Drogenersatzstoffen, ist auch immer eine psychosoziale Begleitbetreuung notwendig. Diese ist auch erfolgversprechender, weil die Patient*innen immer in Kontakt mit der Substitutionsambulanz stehen und damit eine engeres Vertrauen und Bindung ohne sozialem und finanziellen Druck aufgebaut wird.
Suchtkranken wird damit ein Leben und ein Umgang mit ihrer Krankheit ermöglicht. Sie müssen sich nicht mehr illegal Drogen beschaffen und die Beschaffungskriminalität wird dadurch insgesamt verringert
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Nicht Abgestimmt ÄA1 zum S-1 10 Jusos  Streiche “sowie alle nötigen Rechtsgrundlagen, auch für die Behandlung ohne Substitut, geschaffen” Änderungsantrag (PDF)