G-07 Menschenleben retten - eine Änderung der Organspenderegelung

Status:
Zurückgezogen

Der Landesparteitag möge beschließen und an die SPD-Bundestagsfraktion weiterleiten:

Wir fordern die SPD-Bundesfraktion dazu auf, die „erweiterte Zustimmungsregelung“ des Transplantationsgesetzes durch eine neue Reglung, der sogenannte „Informationsreglung“, wie sie in Frankreich oder Schweden gilt, zu ersetzen. Diese Informationsreglung besagt, dass jeder Mensch zunächst ein potentieller Organspender ist – es sei denn, die Person lege zu Lebzeiten Widerspruch ein. Zudem müssen die Angehörigen in jedem Fall über eine geplante Organentnahme informiert werden. Ihnen steht aber kein Einspruchsrecht zu.

Begründung:
Derzeit stehen ca. 10.000 Menschen in Deutschland auf der Warteliste für eine Organtransplantation. Die Wartezeiten sind lang, z.B. für eine Niere beträgt sie fünf bis zehn Jahre. Die Tendenz ist steigend, da die Spenderbereitschaft in Deutschland sinkt.  Auf eine Millionen Einwohner lassen sich hier zu Lande nur weniger als zehn Organspender finden. Mit dieser Quote liegt Deutschland hinter allen anderen Ländern Europas. Doch die Bereitschaft zur Organspende ist in Deutschland viel höher als auf dem Papier. Warum also haben wir hier so wenige Organspender ? Anders als in Ländern mit höheren Organspendequoten (z.B.  Spanien mit ca. fünfmal höherer Bereitschaft als die in Deutschland) muss man sich hier zur Organspende an- statt abmelden. Dies hat zur Folge, dass viele Menschen, die eigentlich spenden wollen würden, dies vor allem aus organisatorischen Gründen, aus Vergesslichkeit oder auch mangelnder Dringlichkeit nicht tun. Im Endeffekt werden so sinnlos Leben vergeudet. Mit diesem Beschluss würden die Jusos Sachsen auch gemäß der Empfehlung des deutschen Ethikrats, der in seiner Stellungnahme "Hirntod und Entscheidung zur Organspende" aus dem Jahr 2015 unter anderem auch eine gesetzliche Reglung fordert, handeln (https://www.ethikrat.org/fileadmin/Publikationen/Infobrief/Infobrief_0215_Web-neu.pdf).
Empfehlung der Antragskommission:
Diskussion durch den Parteitag
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Nicht Abgestimmt ÄA1 zum G-07 6 KV Meißen, Thilo Klemz Betrifft die Begründung: Der Satz "Im Endeffekt werden so Leben sinnlos vergeudet." wird gestrichen.   Begründung: Zwar ist nachvollziehbar, was die Antragsteller meinen. Sie nehmen die abhängige Position des* potenziellen Empfängers* ein. Die Sinnhaftigkeit von Leben aber ist eine Frage, die letztlich nur und ausschließlich  individuell benatwortet werden kann. Es gibt keinen allgemeingültigen Konsens darüber, wann Leben sinnvoll oder sinnlos wäre. Eine Definition von außen ist unzulässig und berührt die Selbstbestimmungsrechte des* Einzelnen*. Der* potenzielle Spender* muss selbst entscheiden, ob sein* Leben sinnvoll wird durch eine Bereitschaft zur Organspende oder ob es auch sinnvoll ist, ohne diese Bereitschaft. Der* potenzielle Empfänger* muss einem* eventuell in Frage kommenden* Spender* diese Beantwortung überlassen und die Entscheidung akzeptieren. Änderungsantrag (PDF)