B-3 CAS-Taschenrechner an Gymnasien

Status:
Annahme mit Änderungen

Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachse möge beschließen:

Im Freistaat Sachsen ist an allgemeinbildenden Gymnasien ab Klassenstufe 8 nach Lehrplan die Nutzung von sogenannten Computeralgebrasystemen (CAS) vorgesehen. Dabei ist im Lehrplan von “mathematischer Software in Form von Computer-Algebra-Systemen (CAS)” die Rede, wodurch die Nutzung von Grafikfähigen Taschenrechnern (GTR) zulässig wird.

Seit 2016 werden an Leipziger Schulen für die Schüler*innen und Schulen kostenfrei die GTR TI-84 Plus ausgegeben, welche vom Schulträger, also der Stadt Leipzig, bezahlt werden. Diese benachteiligen jedoch jene Schüler*innen gegenüber Mitschüler*innen mit dem CAS vor allem in der Oberstufe und den Abiturprüfungen, da die CAS den GTR um weiten überlegen sind.

Wir fordern daher die einheitliche Einführung von neuen CAS an allen Gymnasien im Freistaat Sachsen, um die Benachteiligung von Schüler*innen GTR zu beenden und mit dem Geist der Zeit zu gehen. Die Auswahl eines geeigneten CAS-Modells zur Anschaffung steht dem Schulträger dabei frei und steht zur Prüfung offen.

Begründung:
GTR und CAS sind von Grund aus verschieden. CAS bieten gegenüber den GTR mehr Möglichkeiten, besitzen eine um weiten intuitivere Benutzeroberfläche, erleichtern die Arbeit massiv, besitzen eine weit geringere Fehlerquote und sparen im Unterricht bis zu 15 Minuten an Arbeit ein. Die Legitimation von zwei verschieden Arten von Taschenrechnern, welche nicht gleichwertig sind, durch die Lehrpläne Sachsens führt schon so zu einer Ungleichberechtigung zwischen Schüler*innen an Gymnasien. Durch die Anschaffung von GTR durch die Stadt Leipzig wurde diese Ungleichberechtigung nur vertieft, da sich Schüler*innen privat durch Aufwand eines dreistelligen Betrags bessere CAS anschaffen können und somit ein Vorteil gegenüber Mitschüler*innen besitzen, welche dies aus unterschiedlichen Gründen nicht können. Die Anschaffung von GTR vor drei Jahren war somit in erster Linie eine Fehlentscheidung des Schulträgers, dieser Auffassung sind auch andere Vereine wie der StadtElternRat. Deshalb erwarten wir vom Freistaat Sachsen die Anschaffung von CAS für Gymnasien.
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Annahme ÄA4 zum B-3 2 Jusos Leipzig Ergänze in Zeile 1 nach „beschließen“: und an den Landesparteitag der SPD Sachsen weiterleiten mit dem Ziel des Beschlusses Änderungsantrag (PDF)
Annahme ÄA2 zum B-3 1 Jusos Chemnitz Ersetze Zeile 1 durch: "Die Landesdelegiertenkonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen und an die SPD-Landtagsfraktion weiterleiten." Änderungsantrag (PDF)
Ablehnung ÄA3 zum B-3 2-23 Jusos Dresden Zeile 2-23: In den Mathematik-Lehrplänen weiterführende Schulen im Freistaat Sachsen sind unterschiedliche Hilfsmittel zur Nutzung im Mathematikunterricht vorgesehen. Modernen Mathematikunterricht kennzeichnet ein fachdidaktisch und mediendidaktisch sinnvolles Nutzen zeitgemäßer Hilfsmittel, die aufwändige Tätigkeiten auf einen Umfang begrenzt, der für die Entwicklung elementarer Rechenfertigkeiten notwendig ist. Dabei entscheidet über die Auswahl der für den Einsatz der Software benötigten Hardware die jeweilige Fachkonferenz unter Berücksichtigung der materiellen und schulorganisatorischen Bedingungen. So werden z.B. an Leipziger Schulen seit 2016 kostenfrei grafikfähige Taschenrechner (GTR) an Schüler*innen ausgegeben, die von der Stadt als Träger finanziert werden. Schüler*innen, die an ihren Schulen mit leistungsfähigeren Computer-Algebra-Systemen (CAS) arbeiten, werden dadurch benachteiligt, weil sie diese selbst bezahlen müssen. Dazu kommt, dass diese Hilfsmittel in Prüfungen an Universitäten oder im späteren Berufsleben nicht mehr erlaubt sind bzw. nicht mehr benutzt werden. In diesem Zusammenhang fordern wir Jusos, die wir für die Lernmittelfreiheit an Schulen konsequent eintreten, folgendes:
  • die kostenfreie Breitstellung der notwendigen Hardware als Lernmittel im Mathematikunterricht an allen Schulen im Freistaat Sachsen.
  • die Abkehr von der Nutzung veralteter Taschenrechnersysteme und Lerninhalten hin zu moderner Technik, Fachdidaktik und Mediendidaktik, die später auch in der Ausbildung/im Studium und in der Praxis angewendet wird.
  • Verknüpfung der Hardware- und Softwarenutzung mit tangierenden Fächern zur Stärkung der Medienkompetenz durch bspw. fächerübergreifenden Unterricht mit Informatik und Ethik
Änderungsantrag (PDF)
Erledigt ÄA1 zum B-3 Titel Jusus Dresden Neuer Titel: „Lernmittelfreiheit auch für Hardware im Mathe-Unterricht“ Änderungsantrag (PDF)
Text des Beschlusses:

Im Freistaat Sachsen ist an allgemeinbildenden Gymnasien ab Klassenstufe 8 nach Lehrplan die Nutzung von sogenannten Computeralgebrasystemen (CAS) vorgesehen. Dabei ist im Lehrplan von “mathematischer Software in Form von Computer-Algebra-Systemen (CAS)” die Rede, wodurch die Nutzung von Grafikfähigen Taschenrechnern (GTR) zulässig wird.

Seit 2016 werden an Leipziger Schulen für die Schüler*innen und Schulen kostenfrei die GTR TI-84 Plus ausgegeben, welche vom Schulträger, also der Stadt Leipzig, bezahlt werden. Diese benachteiligen jedoch jene Schüler*innen gegenüber Mitschüler*innen mit dem CAS vor allem in der Oberstufe und den Abiturprüfungen, da die CAS den GTR um weiten überlegen sind.

Wir fordern daher die einheitliche Einführung von neuen CAS an allen Gymnasien im Freistaat Sachsen, um die Benachteiligung von Schüler*innen GTR zu beenden und mit dem Geist der Zeit zu gehen. Die Auswahl eines geeigneten CAS-Modells zur Anschaffung steht dem Schulträger dabei frei und steht zur Prüfung offen.

Beschluss-PDF: