G-01 „Buurtzorg“ soll in die Pflege in Sachsen

Status:
Annahme

Der Landesparteitag möge beschließen und an den Bundesparteitag, die Bundeskonferenz bzw. den Bundesausschuss der ASG sowie an die Landtagsfraktion Sachsen und die Bundestagsfraktion weiterleiten:
„Buurtzorg“ soll in die Pflege in Sachsen eingeführt werden. Das erfolgreiche niederländische Modell „Buurtzorg“ basiert auf der ganzheitlichen, individuellen und bedürfnisorientierten Versorgung von Pflegebedürftigen. Dabei werden die familiären und nachbarschaftlichen Netzwerke miteinbezogen. Die Kernkompetenz des Pflegeberufs wird damit gestärkt.

Begründung:
Bundesweit gibt es sechs „Buurtzorg“ Modellregionen, jedoch keine in Sachsen. Aufgrund der demografischen Entwicklung sollte Sachsen unbedingt nachziehen! Fakt ist, dass die ambulante Versorgung von Pflegebedürftigen landes- und bundesweit nicht mehr ausreichend sichergestellt ist. Grund ist der erhebliche Fachkräftemangel im Bereich der ambulanten Pflege. Wir haben einerseits leidenschaftliche Pflegekräfte, andererseits müssen sie ihrer Arbeit unter teils schwierigen Bedingungen nachgehen. Nicht nur niedrige Löhne, sondern auch zu wenig Zeit und fehlende Kolleginnen und Kollegen führen zu Überlastungen und enormen Druck. Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Es fehlt aber jetzt schon an Pflegekräften. Allein Sachsen benötigt in den kommenden 12 Jahren mehr als 170.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen, davon einen Großteil in der Pflege (lt. Statistischem Landesamt Kamenz). Vermehrt sehen sich Pflegedienste gezwungen, Pflegeverträge zu kündigen und sie können keine neuen Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen. Pflege braucht Vertrauen. Menschen, die gepflegt werden und solche, die einmal Pflege bedürfen, verdienen Sicherheit. Sicherheit darüber, sich ihre Pflege leisten zu können. Und Sicherheit darüber, dass sie in guten Händen sind und sein werden. Pflegende Angehörige und Pflegekräfte brauchen auch dafür die Anerkennung, die sie verdienen und die Chance nach ihren eigenen Ansprüchen zu arbeiten – mit Zeit, Gefühl und Wissen für jeden Einzelnen. Weil das bisher nicht klappt, brauchen wir frische Ideen. Der niederländische „Buurtzorg“Ansatz kann helfen. Er stärkt den Pflegeberuf wieder in seiner Kernkompetenz, stellt den Patienten in den Mittelpunkt, sichert die ambulante Versorgung pflegebedürftiger Menschen in einem umfassenden Netzwerk individuell und bedürfnisorientiert, findet in der häusliche Umgebung statt und hat sich bereits weltweit (z. B.: China, Singapur, Australien, USA und Großbritannien) Anerkennung verschafft.
Empfehlung der Antragskommission:
Konsensliste
Beschluss: des ordentlichen Landesparteitags der SPD Sachsen 27. / 28. Oktober 2018
Text des Beschlusses:

„Buurtzorg“ soll in die Pflege in Sachsen eingeführt werden. Das erfolgreiche niederländische Modell „Buurtzorg“ basiert auf der ganzheitlichen, individuellen und bedürfnisorientierten Versorgung von Pflegebedürftigen. Dabei werden die familiären und nachbarschaftlichen Netzwerke miteinbezogen. Die Kernkompetenz des Pflegeberufs wird damit gestärkt.

Beschluss-PDF: