B-2 Beste Bedingungen für die digitale Mündigkeit in Schule schaffen

Status:
Überweisung

Die Landeskonferenz der Jusos Sachsen möge beschließen:

  1. Die Landesregierung hat dringend die erforderlichen Rahmenbedingungen für digitale Bildung in den Schulen schaffen. Insbesondere  muss eine Weiter- und Fortbildungsoffensive aufgelegt werden, die es den Lehrer*innen ermöglicht, die Schüler*innen digital mündig zu machen.  Hierzu bedarf es einer abgestimmten Fortbildungsstrategie, die einerseits landesweit einheitlich ist und andererseits Schulen vor Ort bei Entwicklungsprozessen begleitet.

 

  1. Die Wartung, Pflege und Begleitung von Technikanschaffung muss dringend gewährleistet sein. Sie kann nicht allein den Kommunen als Schulträger überlassen bleiben.

 

  1. Digitale Lernwerkzeuge/-software und Lernumgebungen gehören unter die Definition der Lehr- und Lernmittelfreiheit. Es kann nicht sein, dass  hier weiter einseitig analoge Lernmittel verstanden werden.

 

  1. LernSax und MeSax müssen zu kollaborativen Lernplattformen ausgebaut werden, auf denen Lehrer*innen Best-Practice-Lernumgebungen gemeinsam erstellen und weltweit teilen können. Lernplattformen, die vorrangig mit Mitteln des Freistaates bzw. anderen öffentlichen Mitteln finanziert werden, sind als OpenSource zur Verfügung zu stellen.

 

  1. Das Lehramtsstudium muss auch auf künftige und digitale Lehrmittel und -methoden vorbereiten. Dafür muss einerseits der aktuelle digitale Stand von Lehrkonzepten Teil des Studiums werden und andererseits die Kompetenzen zur Selbstaneignung und Bewertung von neuen Lehrkonzepten stärker in den Vordergrund gestellt werden. Dabei ist klar, dass auch die Lehre an der Hochschule stärker digitalisiert wird und entsprechende Weiterbildungsangebote für bereits aktive Lehrende bereitgestellt werden.

 

  1. Die Wirkweisen von Medien und Plattformen müssen inhaltlich besonders betont werden. Selbstverstärkendes Postverhalten, Self-Publishing, Feedback-Loops und die psychische Übergewichtung von negativen Eindrücken sind dabei nur einige Beispiele und müssen reflektiert in die Ausbildung als inhaltliche Komponente einfließen.
Begründung:
Mit dem Digitalpakt stehen nun jeder Schule in Deutschland für 5 Jahre ca. 25.000 Euro zu. Wow! Untersuchungen und Lehrer*innenverbände haben immer wieder deutlich gezeigt, dass es nicht reicht Lerntechnik anzuschaffen. Die Lehrer*innen müssen mit diesen umgehen und sie einsetzen können. Stattdessen investiert der Digitalpakt nun einseitig in die Technikanschaffung und -aufrüstung. E-Learning wird versanden, wenn nicht die notwendige Fort- und Weiterbildung sowie die Begleitung von Schulentwicklungsprozessen gewährleistet wird. Einer Vielzahl von Berichten von Schüler*innen und Lehrer*innen nach, wird die Technik, die bereits vorhanden ist, wenig genutzt oder ist nicht einsatzbereit. Mehr Technik allein wird dem sicher keine Abhilfe schaffen. Zudem muss der Freistaat endlich digitale Lernmittel unter die Definition der Lernmittelfreiheit fassen. Die Hardware wird weiter durch den Schulträger bereitgestellt. Die Software in Form von Lernprogramm, Lernumgebungen und Contentbereitstellung muss dringend durch das Land finanziert werden, wie es derzeit bei Büchern der Fall ist. Das verhütet den Einsatz datenschutzrechtlich fragwürdiger kostenloser Lernapps. Außerdem müssen Medien vor der Anwendung verstanden werden. Die Wirkweise von digitalen Angeboten muss durch die Lehrkräfte verstanden werden, bevor sie im Unterricht verwendet werden. Ein unreflektierter Umgang mit Medien hilft den Schülern nicht weiter und schmälert die Erfolgschancen digitalisierter Ausbildung.
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Nicht Abgestimmt ÄA1 zum B-2 1 Jusos Chemnitz Ergänzen in Zeile 1: "möge beschließen und an die SPD-Landtagsfraktion weiterreichen" Änderungsantrag (PDF)
Nicht Abgestimmt ÄA2 zum B-2 6 Jusos Chemnitz Ergänzen in Zeile 6: "Die sächsischen Schulen und Kitas müssen flächendeckend an das Breitbandnetz angeschlossen werden." Änderungsantrag (PDF)