B-17 Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung – Gestaltung der Lebensbedingungen als sozialstaatliche Bildungsaufgabe

Status:
Ablehnung

Der SPD-Landesparteitag möge beschließen:

Aufnahme einer finanzwirtschaftlichen Elementarausbildung für Kinder und Jugendliche in das Sächsische Bildungsprogramm   – Auf dem Weg zur konsequenten Aufwertung finanzwirtschaftlicher Bildung.

Folgende Punkte sollten in das Lehrprogramm aufgenommen werden:

  1. Wie plane ich mein Budget? Wie hoch ist mein Einkommen?
  2. Wie hoch meine Ausgaben? Was bleibt übrig?
  3. Was mache ich mit dem restlichen Geld?
  4. Welche Möglichkeiten der Geldanlage gibt es? Haushaltsbuch führen
  5. Wie hoch sollte/ kann meine Sparrate sein?
  6. Wie richte ich ein eigenes Konto ein- worauf sollte ich achten?
  7. Musterdepot führen um die Börse zu verstehen
  8. Wie kaufe ich eine Immobilie- was sind Kaufnebenkosten – was ist zu beachten –
  9. Wo bekomme ich Beratung, evtl. Hilfe
  10. Die erste eigene Wohnung zur Miete – was sind Nebenkosten, wie funktioniert das? Was ist eine Nebenkostenabrechnung? Was ist eine Kaution? Was ist eine Bürgschaft? Wo bekomme ich Beratung als Mieter? Welche Versicherungen gibt es und sind notwendig

Dieses Wissen sollte in Mittelschulen in der Klasse 10 und in Gymnasien in Klasse 11 vermittelt werden. In Hauptschulen sogar noch zeitiger, um ein Bewusstsein für den Umgang mit Geld zu schaffen.

Landesvorstand und Landtagsfraktion werden gebeten, diese Überlegungen bei ihren zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Begründung:
Der skandalöse Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen muss aufgebrochen werden. Mit dieser Forderung steht die SPD  nicht allein. Immer mehr Stimmen aus den Verbänden, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Bevölkerung fordern, die Mängel unseres Bildungswesens endlich an der Wurzel zu packen. Wir  brauchen den Bildungsaufbruch. Die Zeit dafür ist reif. Das Ziel heißt: Bessere Bildung für alle! Teilhabe an Bildung ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, den sozialen Aufstieg und für die Entwicklung der Persönlichkeit jeder und jedes Einzelnen. Bildung ist eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung unserer demokratischen Gesellschaft sowie für die ökonomische Leistungsfähigkeit unseres Landes. Natürlich unterliegt die finanzielle Bildung in erster Linie den Eltern, jedoch schaut man sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in Sachsen an, ist die finanzwirtschaftliche Bildung  noch nicht so weit fortgeschritten. Deutlich  zeigt sich dies auch in der hohen Verschuldung privater, vor allem junger Haushalte. Mit dieser Grundlage entwickeln sich  die Kinder und Jugendlichen selbstbewusster und werden sicherer im Umgang mit dem persönlichen Finanzbudget, haben damit eine gute Basis für ihre persönlichen Start .
Empfehlung der Antragskommission:
Diskussion durch den Parteitag
Änderungsanträge
Status Kürzel Zeile AntragstellerInnen Text PDF
Ablehnung ÄA1 zum B-17 4 KV Meißen, Thilo Klemz Zeile 4: neu: "Folgende Punkte sollten in die Lehrprogramme auch am Gymnasium aufgenommen werden:" Zeile 17: neu: "Diese Wissen sollte grundsätzlich in der Sekundarstufe 1, also auch im Bildungsgang Gymnasium vermittelt werden." Zeile 18: Streichung des Satzes   Begründung: Die vom Antragsteller aufgezählten Punkte sind bereits Bestandteil des Lehrplans für das Fach Wirtschaft-Technik-Haushalt, Klassenstufen 8 und 9 an der Oberschule. Eine Mittelschule und eine Hauptschule gibt es im Sächsischen Bildungssystem nicht. Änderungsantrag (PDF)
Beschluss: des Landesparteirats der SPD Sachsen 30. November 2018
Text des Beschlusses:

Ablehnung

Beschluss-PDF: