ÄA1 zum B-07

Ersetze den Beschlusstext des Antrags mit dem folgenden Text:

Der Landesparteitag möge beschließen:

Schüler*innen aller Schulformen aus Sachsen sollen anhand der historischen Erlebnisse lernen können, welche Folgen Diktaturen für Minderheiten haben. Dazu wird eine Überarbeitung der Lehrpläne im Bereich der historisch-politisch Bildung dahingehend vorgenommen, dass sowohl der Besuch einer NS-Gedenkstätte als auch einer Gedenkstätte zur SED-Diktatur verpflichtend ist. Im Rahmen der Bildungskonzeption des Freistaates ist dabei auch die Möglichkeit der Zeitzeug*innenarbeit aufzunehmen, deren Besuche von Zeitzeug*innenbüros kostenlos ermöglicht werden. Die Erfahrungen mit den beiden deutschen Diktaturen sollen eingebettet werden in den Kontext der Förderung des Demokratiebewusstseins. In diesem Zusammenhang sollen die Gedenkstätten in die Lage versetzt werden, ausreichend pädagogisches Personal vorzuhalten, um auf die Besuchergruppen individueller eingehen zu können und Zeitzeug*innengespräche für die Nachwelt zu sichern und didaktisch aufzubereiten. Für Lehrer*innen werden gezielt kostenlose Fort- und Weiterbildungen angeboten, die Hilfestellung bei der Vor- und Nachbereitung einer Gedenkstättenfahrt geben und sich dem Beutelsbacher Konsens verpflichten.

Begründung:
  Ersetze die Begründung des Antrags mit dem folgenden Text: Historisch-politische Bildung ist wichtiger denn je, das zeigen die Ereignisse in Sachsen seit Jahren. Viel zu lange wurde die menschenverachtende Ideologie des Dritten Reiches in Sachsen geduldet, verschwiegen und verharmlost. Damit muss Schluss sein! Um junge Menschen besser und lebensnäher mit den Auswirkungen von Diktaturen vertraut zu machen, sollen Gedenkstättenfahrten verpflichtend in die Lehrpläne aufgenommen werden. Dabei kann es gelingen durch den Besuch der historischen Orte und das Gespräch mit Zeitzeugen der riesigen und anonymen Zahl von Opfern ein Gesicht zu geben. Durch das Mitgefühl für die Opfer, können die Schüler*innen dafür sensibilisiert werden, dass sie eigene Verantwortung dafür haben, das Entstehen weiterer Diktaturen zu verhindern. Die Studien der FU Berlin zeigen seit über zehn Jahren  deutlich, dass viele Schüler*innen gern mehr über die DDR erfahren würden, aber eine kritische Auseinandersetzung damit fehlt oder es nur bei knappen Fakten belassen wird. Daher muss auch die Erinnerungskultur an die Kommunistische Gewaltherrschaft gestärkt und ins Bewusstsein von Lehrer*innen und Schüler*innen gerückt werden. Gerade in Sachsen als dem Schauplatz der Friedlichen Revolution in Plauen und Leipzig, den Andachten vor der Ruine der Frauenkirche und vielen weiteren anti-kommunistischen Ereignissen sollte dabei mutig vorangegangen werden.